Indoor in Berlin

8Anbauraum

Zuerst sollte überlegt werden, wie viele Pflanzen gezüchtet werden sollen. Meist reicht für den Eigenkonsum schon eine Anzahl von vier bis sechs Pflanzen aus, um eine Versorgung für das Jahr bei mittlerem Konsum zu garantieren. Da Cannabis ein bestimmtes warmes Klima bevorzugt und Cannabis in der Blütezeit einen enormen unverwechselbaren Geruch verströmt, muss beim Indooranbau darauf geachtet, die Abluft zu reinigen. Daraus folgt, dass der Anbauraum luftdicht sein sollte, um ein ausströmen kontaminierter Luft zu verhindern.

Saatgut

Im Gegensatz zum Outdoor-Growen, können beim Indoor-Grown fast alle Cannabissorten problemlos angebaut werden. Meist erweist es sich als Vorteil Pflanzensorten zu wählen, die einen kurzen und kompakten Wuchs aufweisen, da der Abstand zur Beleuchtung und zur Decke berücksichtigt werden muss. Eine schöne Wahl ist beispielsweise die Sorte AK 47 von Serious Seeds. Die ist ein Hybrid aus Sativa und Indica. Die Pflanze hat einen sehr hohen THC-Gehalt und die Blüten verströmen einen angenehmen süßen, blumigen Duft. Hier ist es auch empfehlenswert Saatgut zu kaufen, das feminisiert wurde, um Verschwendung durch männliche Cannabispflanzen zu verhindern.

Growzelt

Für eine kleine Zucht, wie beschrieben, von vier bis sechs Pflanzen eignen sich sogenannte Growzelte, die preiswert im Internet erworben werden können. Hierbei sollte jedoch auf Qualität geachtet werden. Diese Growzelte weisen eine rechteckige Form auf und bestehen aus einer Licht undurchlässigen und Wärme abweisenden Folie.

Growraum

Wird eine größere Zucht angestrebt, kann es nötig sein ein ganzes Zimmer für den Anbau zu nutzen. Hierzu wird das Zimmer mit spezieller Folie luftdicht versiegelt, um ein Ausströmen von unerwünschten Gerüchen zu vermeiden. Es sollte hierbei auch bedacht werden, dass eventuelle Fenster des Growraumes durch Aufhängen von Gardienen oder sonstigen Vorrichtungen so gestaltet werden, dass es für Nachbarn nicht auffällig wirkt, dass hier gegrowt wird. Es muss auch darauf geachtet werden, dass kein Licht aus den Fenstern für umstehende Personen sichtbar ist.

Belüftung

Ohne eine vernünftig dimensionierte Lüftung ist der Indooranbau nicht realisierbar. Zum einen wird durch die Belüftung der durch die Pflanzen freigesetzte Sauerstoff abgeführt und das für die Pflanzen lebensnotwenige Kohlendioxid wird zugeführt. Zum anderen sorgt eine ordentliche Luftzirkulation dafür, dass die Luftfeuchte nicht zu hoch ist, wodurch Schimmel entstehen kann. Des Weiteren wird hierdurch die Wahrscheinlichkeit verringert, dass sich Schädlinge im Growraum einnisten. Ferner ist zu berücksichtigen, dass die Beleuchtung enorme Abwärme produziert, die aus dem Growraum transportiert werden muss. Ansonsten würden die Pflanzen an Überhitzung sterben.

Durch den Einsatz eines Aktivkohlefilters wird die abgezogene Luft aus dem Growraum oder Growzelt von Geruchsstoffen gereinigt und vermindert somit das Risiko einer Entdeckung.

Bei der Dimensionierung der Belüftung und des Aktivkohlefilters gilt es zu berücksichtigen, wie viele Pflanzen angebaut werden und welche Beleuchtung eingesetzt wird, da unterschiedliche Lichtsysteme unterschiedlich hohe Mengen an Wärme abgeben.

Bei der Wahl der Lüfter ist es sinnvoll auf geräuscharme Typen zu setzten. Ferner sollten die Lüftungsleitungen mit Gummiseilen an der Decke des Growraums bzw. des Growzeltes befestigt werden, um Brumm- und Summgeräusche beim Betrieb zu vermeiden.

Temperatur

Zur Temperaturregulierung werden im Growraum Thermostate eingesetzt, die bei übersteigen bzw. unterschreiten eines voreingestellten Temperaturwertes die Lüfterdrehzahl erhöhen bzw. erniedrigen.

Luftfeuchtigkeit

Um die Luftfeuchtigkeit im Growraum zu regulieren kann es sinnvoll sein bei größeren Vorhaben auf eine technische Lösung zurückzugreifen, um den Pflanzen ein optimales Wachstumsklima zu bieten. Diese Systeme sind allerdings sehr teuer in der Anschaffung. Mittels eines angefeuchteten Handtuchs, das im Raum angebracht wird, kann bei kleineren Grows die Luftfeuchte auch auf einfache Weise auf einem sinnvollem Niveau gehalten werden.

Als Faustregel kann gesagt werden, dass in der Vegetationsstufe der Cannabispflanzen die Luftfeuchte etwas höher liegen sollte als in der Blütephase. In der Blütephase wird durch eine geringere Luftfeuchte das Risiko eines Schimmelbefalls der Buds verringert.

Ventilatoren

Durch den Einsatz von Ventilatoren wird dafür gesorgt, dass die Cannabispflanzen einen robusten Wuchs entwickeln. In der Natur führt Wind dazu, dass die Pflanzen einen festen Wuchs aufweisen. Hierbei sollte beachtet werden, dass die Ventilatoren nicht direkt auf die Pflanzen zielen, da es sonst zu Vertrocknungen kommen kann.

Reflektionsfolie

In den meisten Growzelten ist bereits eine Reflektionsfolie integriert, die das von der Beleuchtungsanlage an die Wände gestrahlte Licht in Richtung Pflanzen reflektiert. In einem größeren Raum muss diese separat installiert werden. Es wird hierdurch die Lichtausbeute erhöht und folglich der Ertrag gesteigert.

Elektrik

Da beim Anbau von Cannabis meist Beleuchtungssysteme mit einer hohen Wattzahl eingesetzt werden und es entsprechend zu hohen Strömen kommt, ist es wichtig, dass die Installation der Elektrik mit Sorgfalt und Bedacht ausgeführt wird.

Wasser darf zu keinem Zeitpunkt mit den elektrischen Geräten in Kontakt kommen.

Die Elektrik sollte nur von fachkundigem Personal installiert werden. Sicherungen müssen eingebaut werden, um der Brandgefahr entgegen zu wirken.

Beleuchtung

Bei der Beleuchtung der Pflanzen ist darauf zu achten, dass entsprechend der jeweiligen Phase des Grows, Licht mit der von den Pflanzen benötigten Wellenlänge zur Verfügung gestellt wird. Die Wachstumsphase ist dadurch gekennzeichnet, dass die Pflanzen Licht mit einem überwiegenden Anteil an Blau versorgt werden. Für die Blütephase wird verstärkt rotes Licht verwendet.

Es gibt mehrere technische Lösungen die zur Zucht verwendet werden können.
Dies Leuchtstoffröhren, Natriumdampflampen, Metallhalogen-Hochdrucklampen, CFL Energiesparlampen und LED-Lampen.

Nicht geeignet für die Zucht von Cannabis sind einfache Pflanzenlampen aus dem Baumarkt, Halogenlampen und Glühbirnen, da diese nicht das richtige Licht, daher nicht die richtigen Wellenlängen emittieren, und in ihrer Leistung zu gering sind.

Stromverbrauch

Je nach Größe des Projektes und den gewählten technischen Lösungen ergibt sich der Stromverbrauch. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Stromverbrauch nicht allzu hoch ist, da sonst die Kosten für den Strom förmlich explodieren können und das ganze Projekt in Gefahr bringen können. Bis 1000 Watt sollte dies allerdings kein Problem sein. Es kann sinnvoll sein den Stromanbieter vor Beginn der Zucht zu wechseln, um Kosten zu sparen.

Growmedium

Es wird unterschieden zwischen Erde und Hydrokultur als Growmedium. Erde zum Anbau kann in speziellen Fachgeschäften für den Anbau gekauft werden. Es funktioniert aber auch, einfach qualitativ hochwertige Blumenerde aus einem Gartencenter zu kaufen, die möglichst gering vorgedüngt ist. Der Erde werden dann Perlite untergemischt, die das Medium auflockern und so die Durchlüftung fördern und das Wurzelwachstum stimulieren.

Die Hydrokultur ist dadurch gekennzeichnet, dass die Pflanzen ausschließlich in einer Nährlösung (Wasser angereichert mit Nährstoffen) ihre Wurzeln ausbreiten. Entweder kann auf Blähton zurückgegriffen werden oder die Wurzeln sind frei im Medium verteilt.

pH-Wert und EC-Wert

Der pH-Wert für Hanf ist optimal im Bereich zwischen 5,0 bis 7,5. Durch entsprechende Technik kann er gemessen werden und durch Zugabe von bestimmten Substanzen reguliert werden. Unterschiedliche Pflanzensorten bevorzugen dabei differente pH-Werte.

Durch den EC-Wert wird der Nährstoffgehalt in der Nährlösung bestimmt. Hier haben sich Werte von 1,0 bis 2,0 mS bewährt gezeigt.

Berliner Wohnungsmarkt

Der Berliner Wohnungsmarkt bietet aktuell trotz steigender Tendenz der Preise gute Möglichkeiten eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen bzw. zu mieten, in dem der Anbau bzw. die Zucht von Cannabis zufriedenstellend möglich ist. Oftmals sind in den Altbauten genügend große Zimmer vorhanden, in denen Growzelte aufgestellt werden können. Wer über das nötige Kleingeld verfügt kann sich auch eine Wohnung mit einem extra Zimmer für den Anbau mieten. Angebote für entsprechende Wohnungen gibt es zu genüge.