Geschlechtsbestimmung bei Hanfpflanzen

Eines der wichtigsten Themen beim Anbau von Hanf ist die korrekte Geschlechtsbestimmung der Pflanzen. Beim Cannabis gibt es 2 verschiedene Geschlechter – wie beim Menschen auch: männlich und weiblich. Zwitterbildungen sind in seltenen Fällen möglich. Ganz korrekt gesagt jedoch ist es so, dass Hanf von Geburt an sozusagen beide Geschlechter hat und sich erst in einem späteren Stadium für ein Geschlecht entscheidet. Wird das Geschlecht falsch bestimmt innerhalb einer Kultur und Sie haben weibliche als auch männliche Hanfpflanzen, so findet eine Bestäubung statt, welche die Ernte leider unbrauchbar macht. Daher ist ein wachsames Auge mit dem Wissen zum Unterschied äußerst wichtig. Doch wie erkennt man die verschiedenen Geschlechter und bestimmt diese? Das ist keine leichte Aufgabe. Mittlerweile gibt es viele Shops, welche sogenannte feminisierte Hanfsamen verkaufen. Dabei ist schon im Vorfeld sichergestellt, dass sich aus diesen Samen weibliche Pflanzen entwickeln werden. Doch wenn diese Sicherheit nicht da ist, dann gilt es das Geschlecht zu bestimmen. Der weibliche als auch der männliche Hanf wachsen nach der Saat zunächst einmal gleich. Es lassen sich kleine Unterschiede im Wuchs vermuten und das spätere Geschlecht andeuten. Die sicherste Variante jedoch ist das Erkennen des richtigen Geschlechts durch die Geschlechtsmerkmale der Pflanze. Dort, wo die weibliche Pflanze kleine und weiße Fäden hat, bekommt die männliche Pflanze Pollensäcke. Sie sollten frühestmöglich die Geschlechterbestimmung vornehmen. Der richtige Zeitpunkt dafür ist die Blütephase, genauer gesagt die Vorblüte. Die Geschlechtsidentifikation kann somit, je nach Sorte, ungefähr 4 – 6 Wochen nach Beginnen der Wachstumsphase vorgenommen werden. In dieser Zeit erkennt man die Geschlechtsausprägung der Pflanze. Um THC, welches in den Blüten gebildet wird, herzustellen, benötigt man weibliche Hanfpflanzen. In der Regel werden männliche Pflanzen und Zwitter nach Bestimmung des Geschlechts vernichtet, es sei denn sie sollen Samen produzieren.

Weibliche Hanfpflanzen

Am Stamm an dem die Verzweigungen, die sogenannten Nodien, abgehen, bilden sich bei der Hanfpflanze die Geschlechtsmerkmale. Bei den weiblichen Pflanzen sind zwei kleine Blättchen erkennbar, eine Art Blütenkelch. Der Kelch, auch Calyx genannt, umschließt mehrere winzige Härchen, auch Narben oer Pistilis genannt, welche aus ihm kommen und nach oben zeigen. Weibliche Hanfpflanzen geben sich häufig erst etwas später als solche zu erkennen, da ihr Wachstum meist etwas langsamer ist gegenüber den männlichen Pflanzen.
Bei einer Bestäubung fangen die weiblichen Narben die Pollen auf, welche die männlichen Pflanzen abgeben. Schon nach dem Auffangen der ersten Pollen, stellt die weibliche Hanfpflanze die Produktion des Harzes ein und beginnt mit der Produktion der Samenkapseln.

Männliche Hanfpflanzen

Wie auch bei dem weiblichen Geschlechtsmerkmal, ist das männliche in den Verzweigungen erkennbar. Dort, wo bei den weiblichen Pflanzen der Kelch liegt, befinden sich bei den männlichen kleine Pollensäcke. Zunächst ist ihre Form länglich, später sind sie ballförmig, ähneln dem Aussehen einer Glocke und hängen an kleinen Stängeln herab. Wenn Sie schon frühzeitig die Geschlechter bestimmten möchten, dann empfiehlt sich hierbei das regelmäßige Absuchen mit einer Lupe. Wenn die Pollensäcke gereift sind, verstreuen sich die Pollen durch die Luft. Die Narben der weiblichen Pflanzen fangen diese auf und sie werden bestäubt.
Es reicht nicht aus, männliche und weibliche Pflanzen in einem gemeinsamen Raum durch verschiedene Seiten zu trennen. Es muss eine konsequente räumliche Trennung vorgenommen werden. Das Risiko, eine ganze Aufzucht durch Bestäubung zu verlieren wäre dabei viel zu groß.

Zwitterpflanzen

Selten, aber dennoch möglich, sind die Zwitterpflanzen. Diese Pflanzen weisen beide Geschlechtsmerkmale auf. Da sie ebenfalls bestäuben können, werden sie analog zu den männlichen Pflanzen behandelt und auch aussortiert, wenn die Samen nicht benötigt werden.