Gute Standortbedingungen zum Wachsen: Die Dachterrasse – stets beliebt… das Badezimmerfenster… der Balkon… der Fenstersims…?

Das Anpflanzen von Cannabis ist eine sehr zeitintensive Aufgabe und benötigt fortwährende Ressourcen und Aufmerksamkeit. Erfahrene Züchter kennen die Tricks und wissen um den Aufwand des Aufzugs von Marihuana. Speziell der Innenbereich, der sogenannte Indoor-Anbau, erfordert sehr viel Kenntnis und es ist dabei unerlässlich, eine Reihe von bedeutenden Aspekten zu beachten. Mit viel Energie und Mühe, wachsen kräftige und große Pflanzen, welche viel Ertrag und eine gute Ernte liefern werden.

Welche Sorte für welchen Standort?

Bevor der Samen überhaupt eingepflanzt wurde, steht im Prinzip die Qualität des Ertrags schon fest. Ein Kernfaktor ist die Selektion von Samen. Sie hat einen enormen Einfluss darauf, wie deine Blüten sich entwickeln und wie sie aussehen werden. Alle Züchter haben spezielle Vorlieben, was die Sorte anbelangt. Einige bevorzugen starke Indicasorten, welche für Entspannung und beruhigende Wirkung stehen, andere wiederum züchten medizinische Sorten und sind auf der Suche nach Genen, welche einen möglichst hohen CBD-Anteil haben. Bei der Auswahl der Genetik ist jedoch die Anbauumgebung ein einflussreicher Faktor. Beim Anbau in der Wohnung mit sehr wenig Platz, ist eine klare Empfehlung der Anpflanzung von Autoflowering-Sorten. Ist jedoch der Anbau im Freien geplant mit sehr viel Platz wie beispielsweise die Dachterrasse, dann ist das Aussuchen einer Genetik, welche Turmhöhe und große Büsche hervorbringt, zu empfehlen. Jeder sollte sich vorher die Frage stellen, ob der Anbau tatsächlich zu Hause stattfindet oder in einer anderen Räumlichkeit. Bei der Platzwahl ist darauf zu achten, dass ein Stromanschluss vorhanden sein muss. Empfehlenswert ist zudem eine Frischluftquelle wie Belüftungsschacht oder Fenster. Sollten Sie sich dazu entschließen direkt in einem Raum anzubauen, so muss dieser komplett dafür präpariert werden. Weniger Aufwand benötigt der Anbau in einer Growbox, einem in sich geschlossenem System.

Stecklinge oder Samen?

Im Vorfeld sollte sich jeder Züchter Gedanken darum machen, ob er lieber Samen oder lieber Stecklinge benutzen möchte. Das Anpflanzen durch Stecklinge hat unbestritten einige Vorteile, ist jedoch auch sehr risikoreich. Denn aus den Stecklingen entstehen Pflanzen, welche in exakter Weise der Mutterpflanze gleich sind, von welcher sie entnommen wurden. Das heißt aber eben auch, dass die Mutterpflanze eventuell Schwächen und Krankheiten hatte, welche durch den genetischen Code auf den Steckling kopiert werden. Daher sollten Sie sehr vorsichtig sein, bei Stecklingen von Pflanzen, die Sie nicht kennen. Es würde Ihnen schlechtesten falls einen sehr schwierigen Start bereiten. Auch zu bedenken ist die Bestellung der Stecklinge. Wenn Sie diese beispielsweise online bestellen und mit der Post verschickt werden, kommen diese gezwungenermaßen in einem Schockzustand bei Ihnen an. Die Anpassung an die neue Umgebung lässt die ohnehin schon langwierige Wachstumsphase noch weitaus länger andauern. Beim Ziel eine möglichst potente und große Ernte zu erzielen, ist das Besorgen von selektiertem und feminisiertem Samen empfehlenswert. Risikofaktoren wie langsames Wachstum und ertragsschwache Ernte werden damit eingedämmt. Der sogenannte feminisierte Samen ist extra so gezüchtet, dass er keinerlei männliche Chromosomen besitzt. Das heißt, es wird aus jeder Pflanze eine weibliche Pflanze, welche im späteren Stadium rauchbare Blüten bildet. Für den Freizeitgebrauch und auch für medizinische Zwecke, werden die weiblichen Cannabispflanzen den männlichen daher vorgezogen. Der Vorteil bei der Zucht von feminisierten Samen ist daher Zeit- und Arbeitsersparnis. Die aufwendige Entfernung der männlichen Pflanzen zum Beginn der Blütephase entfällt damit. Das Nutzen von feminisiertem Saatgut hat aber auch einen ganz klaren weiteren Vorteil: Wenn Sie einmal eine männliche Pflanze übersehen haben, und diese ihren Pollen durch die Luft verteilt, so werden die weiblichen Pflanzen befruchtet. Ist dies einmal geschehen, stellt die weibliche Pflanze die Bildung von dicken, harzigen Blüten ein, da sie sich nun auf die Samenproduktion konzentrieren muss. Dies wäre beim Ziel einer ertragsreichen Ernte äußerst nachteilig.

Geruchsentwicklung

Beim Indoor-Anbau sollte der erzeugte Geruch nicht unterschätzt werden. Selbst wenn man den Geruch mag und diesem ständig ausgesetzt ist und kaum noch wahrnimmt, ist dieser sehr signifikant und stark. Dies kann von anderen Menschen wahrgenommen werden und zu Schwierigkeiten führen. Daher ist es wichtig, dass hierbei die Nutzung von Lüftungen, Filtern und Neutralisatoren/Ionisatoren erfolgt. Ein Aktivkohlefilter vermeidet ungewollte Gerüche. Zum Einsatz bringen können Sie ihn in Blüh-, Wuchs-, Trocknungs- und Erntephase. Der Aktivkohlefilter nimmt sämtliche Gerüche aus der Abluft und wird vor dem Lüfter verbaut.

Energie- und Anschaffungskosten

Verglichen mit dem Anbau im Freien, sind die Anschaffungskosten im Indoor-Anbau höher für Zubehör und den laufenden Energiekosten in Abhängigkeit von der Anbaufläche. Einer der wichtigsten Faktoren hierbei ist das Licht, von dem eine Cannabis-Pflanze ganz besonders viel benötigt. Im Innenbereich ist es notwendig, künstliche Lebensbedingungen für die Pflanzen zu schaffen, weshalb das Licht dabei eine Schlüsselrolle spielt. Hohe Stromkosten müssen mit einkalkuliert werden. Das benötigte künstliche Sonnenlicht variiert je nach Lampe zwischen 200 und 1.000 Watt Leistung. Abhängig von der Wachstumsphase der Pflanze arbeitet die Lampe zwischen 12 bis 18 Stunden täglich.

Die richtige Erde

Damit Ihre Cannabis-Pflanze groß, ertragsreich und robust wächst, benötigt sie regelmäßig die korrekte Art und Menge an Nährstoffen, welche aus dem Boden durch das Wurzelsystem aufgenommen werden durch die Pflanze. Mit qualitätsschwacher Erde (Standarderde) ist es schon fast vorprogrammiert, dass Ihre Pflanze bereits nach einiger Zeit einen Mangel an verschiedenen Nährstoffen erleidet. Ist dies erst einmal geschehen, so führt es zu Wachstumseinbußen und zur Verminderung der Qualität der Blüten. Sollte Ihre Erde ausgelaugt sein, dann sind die Folgen an den Pflanzen recht schnell ersichtlich. Züchter greifen in solchen Fällen zu Kunstdünger, welcher die Pflanzen so schnell wie möglich wieder gesund werden lassen soll. Eine Falschanwendung des Düngers kann jedoch zu schweren Folgeschäden wie Wurzelbrand oder Blätterbeschädigung führen. Die Cannabispflanze kann keine Nährstoffe mehr aufnehmen – die richtige Photosynthese liegt brach. Um jedes Risiko zu vermeiden, sollten Sie daher auf eine qualitativ hochwertige Erde an reichhaltigen Nährstoffen achten. Es gibt spezielle Cannabis-Erde. Ersatzweise wäre auch Markenpflanzenerde möglich. Somit sparen Sie sich in der Regel Zusatzstoffe wie Dünger. Idealerweise liegt der pH-Wert der Pflanze bei ca. 6,5.

Lichtverhältnisse

Für die Cannabispflanze im Bereich Indoor-Anbau empfiehlt sich eine starke Lampe wie NDL oder LED. Damit wird Ihre Pflanze mit ausreichend Licht versorgt und kann robust und schnell wachsen. Grundsätzlich, aber besonders während der Blütezeit, empfiehlt sich eine Natriumdampflampe. Man kann diese durch kein anderes künstliches Licht ersetzen. Zur richtigen Entwicklung ist diese Lampe zwingend erforderlich. Je nach Wunschertrag und Anbaufläche sind die Natriumdampflampen in den Stärken 400W, 600W und 1000W erhältlich. Verwenden Sie ebenfalls einen Reflektor, welcher den Anbau-Raum gut ausleuchtet.

Richtige Belüftung

Wenn die Frischluft zirkuliert, so ist Ihre Pflanze auch gesund. Damit kein Schimmel oder Mehltau entsteht, vermeiden Sie bitte heiße und feuchte Luft mit wenig Luftaustausch. Den Pflanzen wird Kohlendioxid zugeführt bei einer guten Luftzirkulation. Und dies ist wichtig für die Photosynthese. Sofern es Ihnen möglich ist, sollten Sie die Frischluft filtern. Somit ist ein Eindringen von Schädlingen auszuschließen. Mit Hilfe von Ventilatoren kann die Luft dauerhaft in Bewegung gehalten werden.

Das richtige Gießen

Ganz gleich, ob Sie sich für den Indoor-Anbau oder Outdoor-Anbau entschieden haben – für beides gilt: Überwässern und überdüngen Sie Ihre Cannabis-Pflanzen nicht. Sie werden sie damit womöglich zerstören. Wenn Sie düngen müssen, dann nutzen Sie bitte nur milden Dünger. Die Devise lautet: Gießen und düngen Sie nicht zu viel und nicht zu wenig! Vorzugsweise liegt die Empfehlung auf Regenwasser oder abgestandenem Leitungswasser. Die beste Variante der Kontrolle ist das regelmäßige Prüfen des pH-Werts des Wassers mit Teststreifen.

Luftfeuchtigkeit

Idealerweise beträgt die Luftfeuchtigkeit 40 – 60 Prozent. Während der Wachstumsphase ist eine höhere Luftfeuchtigkeit nötig. Während der Blüte eine etwas geringere durch die erhöhte Schimmelgefahr.