Tipps für den Outdoor-Grow

Allgemeines

Wie der Begriff bereits verrät, ist hier die Rede vom Cannabis Anbau im Freien, genauer gesagt in der freien Natur unter Sonne. Baut man den Hanf in freier Wildbahn an, so wächst er im Jahreszyklus. Das bedeutet, die Pflanzen keimen in der Frühlingszeit und sterben dann im Herbst. Der Outdoor-Grow hat seine Vor- sowie Nachteile. Es kommt auf die Situation des Züchters an, ob der Freiland-Anbau für ihn in Frage kommt. Der Outdoor-Grow ist nicht ganz einfach. Er ist jedoch eine sehr günstige Methode, um den Eigenbedarf abzudecken. Für einen guten Ertrag müssen Züchter im Outdoor Bereich sehr aufwändige Vorbereitungen treffen bzw. Untersuchungen durchführen. Eine gründliche Bodenanalyse ist erforderlich und der Standort für den Anbau muss entsprechend präpariert werden. Auch geeignete Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung sollten durchdacht und vorbereitet werden. Ebenfalls zu beachten ist der Zeitaufwand, der investiert werden muss zur regelmäßigen Pflege und Versorgung der Pflanzen. Falls bei Ihnen Unsicherheit herrscht, ob das Klima für den Hanf Anbau geeignet ist, dann können Sie weitestgehend sorgenfrei sein. Der gesamte deutschsprachige Raum (Österreich, Deutschland, Schweiz) kann mit den klimatischen Bedingungen problemlos Hanf im Freien anbauen. Für Züchter, welche beispielsweise weit oben in den Alpen leben oder im hohen norddeutschen Raum empfiehlt sich, eine dafür geeignete bzw. extra dafür gezüchtete Hanfsorte auszuwählen.

Arten

Man spricht von zwei verschiedenen Arten des Outdoor-Grows. Die erste Methode ist der „normale“ Anbau und die zweite Methode das „Guerilla“. Bei der ersten Methode wird der Hanf auf dem eigenen Grundstück angebaut. Das hat den Vorteil, dass Ihre Pflanzen vor Dieben oder anderen Leuten weitestgehend geschützt sind. Voraussetzung hierbei ist natürlich ein Zaun oder eine Abgrenzung. Der Anbau von Guerilla erfolgt hingegen auf öffentlichem Boden, zumeist an einem Platz in der Wildnis. Das hat den Vorteil, dass die Pflanzen keinem Eigentümer zugeordnet werden können.

Vorbereitungen

Bestenfalls fängt der Züchter mit seinen Vorbereitungen bis spätestens April an. Es empfiehlt sich sogar im Oktober des Vorjahres zu beginnen. In dieser Zeit sind alle Pflanzen sowie Bäume voll ausgewachsen und die Sonne steht noch ausreichend hoch, sodass die Lichtsituation sehr gut beurteilt werden kann.

Diese 5 Schritte (von Oktober – April) sind empfehlenswerte Vorgaben:

  1. Bestimmung des Zeitpunktes zum Raussetzen: Angepasst an die Region bestimmt sich der optimale Zeitpunkt zum Raussetzen.
  2. Passende Hanf-Samen kaufen: In Abhängigkeit von Region und Zeitpunkt des Raussetzens werden dafür passende Hanfsamen gekauft.
  3. Logistik und Transport: Planen Sie, je nach Anbauort, die Logistik und was Sie alles transportieren müssen.
  4. Equipment kaufen: Wenn der Transport bzw. der Weg geplant ist, so gilt es nun das Zubehör zu besorgen.
  5. Pflanzen.

Bodenqualität muss stimmen

Für einen erfolgreichen Outdoor-Anbau ist der gute Boden wichtigster Aspekt und das A und O. Die Vorbereitung des Bodens für den Anbau ist nun gefragt. Der erste Schritt zur Präparierung ist die Bodenanalyse. Sie sollten zunächst den pH-Wert des ausgewählten Bodens untersuchen. Sollte der Bodenwert zu hoch oder niedrig sein, so ist es notwendig mit Zusatzstoffen wie beispielsweise Kalkdünger (erhöht den pH-Wert des Bodens) oder Schwefel (senkt den pH-Wert des Bodens) zu arbeiten. Ein weiterer Punkt ist die ausgewogene Zusammensetzung des Bodens. Hat man ein Zuviel an Ton, so ist der Boden klebrig, was das Wasser schlecht ablaufen lässt. Bei zu viel Sand wirkt dieser schnell entwässernd. Hanf bevorzugt Böden, die lehmig sind bzw. Böden, welche hauptsächlich aus Schlamm und Sand mit etwas Anteil an Ton bestehen. Die Faustregel besagt:40% Schlamm, 40% Sand, 20% Ton. Nicht weniger wichtig ist die Fruchtbarkeit des Bodens. Dazu ist die Frage zu stellen, ob dieser Boden eine vielfältige und umfangreiche Vegetation ernähren kann? Sollte dies nicht der Fall sein, so empfiehlt sich die Beimischung von Streu und Dünger. Dadurch wird der Boden gestärkt und Ihre Pflanzen werden mehr Nährstoffe zur Verfügung haben, um sich bestmöglich zu entwickeln. Haben Sie einen sehr nährstoffarmen Boden oder bevorzugen eine aufwandsarme Vorbereitung, so können Sie den Boden auch im Fachhandel kaufen. Ihre Pflanzen könnten Sie sogar in Töpfen vorziehen. Oder aber Sie setzen Sie innerhalb eines Sackes in den Boden ein, sodass der Hanf mit dem umgebenden Boden nicht in Berührung kommen kann.

Standortwahl

Der ideale Standort für den Outdoor-Grow von Hanf ist ein geschützter, sonniger und wasserreicher Platz. Sie sollten einen Standort auswählen, der auch weit genug entfernt ist von öffentlichen Straßen und Wegen wie beispielsweise Wald- und Wanderpfade. Dort, wo sich möglichst wenige Menschen aufhalten. Sehr gut geeignet sind Plätze im Mischwald, bestehend aus Laubbäumen und Nadelhölzern. Denn diese Böden sind zumeist sehr sauer, haben also einen geringen ph-Wert. Auch bietet sich eine Waldlichtung an. Dort, wo es schön sonnig ist und geschützt vor Wind und Menschen. Beim Anbau innerhalb einer Hügellandschaft, darf dabei die Ausrichtung des Standortes nicht vernachlässigt werden. Ähnlich wie bei einem Südbalkon, ist auch ein nach Süden blickender Hang für den Anbau wichtig. Je nach Breitengrad ist der senkrechte Einfallswinkel der Sonnenstrahlen auf die Erdoberfläche verschieden. Befinden Sie sich in der nördlichen Hemisphäre, so ist ein nach Süden ausgerichteter Platz sonnenreicher. Befinden Sie sich jedoch in der südlichen Hemisphäre, so ist die Ausrichtung nach Norden empfehlenswert.

Pflanzen vorkeimen mit Indoor

Die Empfehlung ist, Ihre ausgewählten Samen im Innenanbau keimen zu lassen und im Anschluss die Pflanzen in kleine Töpfe zu pflanzen. Mindestens 1 bis 2 Wochen sollten die kleinen Hanfpflanzen mit künstlichem Licht (z.B. Energiesparlampen) bestrahlt werden oder auf dem Fensterbrett stehen. Damit schützen Sie Ihre angehenden Pflanzen vor dem Fressen durch Vögel und Insekten. Außerdem geben Sie Ihren Pflanzen so noch etwas Vorsprung, wenn es draußen noch sehr kühl sein sollte. Wenn die Zeit gekommen ist, um Ihre jungen Pflanzen ins Freie zu setzen, so sollten sie eine Möglichkeit zur Abhärtung bekommen. So gewährleisten Sie, dass sich Ihre Pflanzen langsam und behutsam auf eine andere Umgebung einstellen können. Dazu stellen Sie die Hanfpflanzen für einige Stunden einfach ins Freie. Der Platz sollte zunächst jedoch wind- und regenfrei sein. Jeden Tag verlängern Sie die Dauer im Freien etwas mehr. Nach gut einer Woche, sollten die Pflanzen soweit abgehärtet sein, dass ein kompletter Umzug ins Freie stattfinden kann. Dies ist möglich in Töpfen, in Säcken oder in Bodenlöchern.

Richtige Sorte

Neben dem richtigen Boden, ist zweiter wichtiger Punkt, die standortgeeigneten Hanfsorten auszuwählen. Dabei kann es natürlich passieren, dass Sie über eine nur beschränkte Auswahl verfügen können. Leben Sie beispielsweise im hohen Norden oder tiefen Süden der Welt, so gibt es im Sommer eine nur kurze Anbausaison und die Temperaturen sind zumeist kühl. Die Hanfsorte sollte dann diesen Gegebenheiten angepasst sein. Zu empfehlen sind beispielsweise die Sorten „Sensiseeds“ und „AmsterdamMarijuanaSeeds“. Leben Sie hingegen in warm-gemäßigten oder heißen Klimazonen, so ist die Anbausaison umso länger, da die Temperaturen höher liegen. Das ist in der Auswahl der Sorten sehr vorteilhaft, da hierbei eine große Palette an Samen vorhanden ist.

Zeitpunkt auswählen

Die meisten Klimazonen unterliegen großen Schwankungen in Temperatur, Regenfall und Tageslichtzeit. In der gemäßigten Klimazone unterscheiden sich die Jahreszeiten enorm in Dauer der Tageslichtstunden. Das sollten Sie mit einplanen für die Sorten, die Sie auswählen. Die Pflanzen widmen sich entweder dem vegetativen Wachstums, wenn die Tage lang sind im Sommer, oder leiten die Blüte ein, wenn die Lichtstunden sich im Sommer verkürzen. Daher sollten Sie Ihre jungen Pflanzen ungefähr Mitte April ins Freie setzen. Die saisonalen Veränderungen sollten also immer berücksichtigt werden in Bezug auf das vegetative Wachstum und der Blütezeit.
In sehr warmen Klimazonen ist eine mehrfache jährliche Ernte möglich. Besonders die äquator-nahen Gebiete ermöglichen dies. Die intensiven Sonnenstrahlen und heißen Temperaturen können dafür wunderbar genutzt werden. Regionen mit saisonalen Monsunen, sollten den Anbau während der hohen Regenzeit, vermeiden. Dies fördert die Schimmelbildung.

Pflege

Das regelmäßige Überprüfen Ihrer Pflanzen im Freien ist sehr wichtig. Besonders der Anbau in Töpfen, wo die Pflanzen keinen Zugang zum Boden-Grundwasser haben, ist zu beobachten. Während der Wachstumsphase und großer Hitze benötigen Ihre Pflanzen sehr viel Wasser. Auch ein Nährstoffmangel oder andere Probleme wie Schädlinge werden frühzeitig erkannt und können bei regelmäßigem Überprüfen vermieden oder behoben werden. Wenn Ihnen ein häufiger Besuch Ihrer Pflanzen nicht möglich ist, so sollten Sie ein Tropfversorgungs-System für die Pflanzen anbringen. Damit werden sie ohne Ihr Zutun bewässert.