Was ist Niemöl?

Aus den Samen des Niem- oder Neembaums wird das sogenannte Niemöl (auch Neemöl) gewonnen. Es ist ein natürliches Pestizid. Das Öl wird verarbeitet aus den Extrakten der Baumblüten. Der Neembaum, auch indischer Flieder genannt, ist ein immergrüner Baum. Er ist eng verwandt mit den Mahagonibäumen und wächst vor allem in Ostindien und Bangladesch. Aber auch in Australien, Afrika und Amerika wird er als Nutz- und Zierpflanze angebaut. Schon seit vielen tausend Jahren ist die Kraft des Wunderbaumes in seiner Heimat Indien bekannt – als Heilmittel und zur Schädlingsbekämpfung. Seine außergewöhnlichen Eigenschaften ließen seine Popularität steigen und er ist nun zu finden in vielen subtropischen und tropischen Ländern. Neben dem Öl, werden auch die Rinde und die Blätter des Baumes zur Pflanzenpflege, gegen Schädlingsbefall und Insekten verwendet. Der sehr anspruchslose Baum benötigt kaum Pflege und übersteht große Dürren und Hitze ohne weiteres. In der Ebene von Arafat, gelegen im saudischen Mekka, wurden daher 50.000 Niembäume gepflanzt. Sie ermöglichen den zahlreichen Pilgern Schatten auf dem Pilgerweg zur heiligen Stadt Mekka. Der Baum hat wunderschöne kleine und weiße Büschelblüten, welche sehr an den Duft von Jasmin erinnern. Die Blüte beherbergt eine gelbgrüne Frucht, welche genießbar ist. In Afrika wird der Baum aufgrund der Früchte angebaut. Doch in Indien wissen die Menschen schon lange, wie wertvoll der Niembaum für verschiedenste Beschwerden ist. Es existieren Aufzeichnungen, welche bis ins Jahr 500 v. Chr. reichen, die aussagen, dass die Niemprodukte für verschiedene Behandlungen eingesetzt wurden. Ein wichtiger Teil jedoch in der ayurvedischen Medizin. Doch ganz besonders bedeutend sind die Niemprodukte im Kampf gegen Schädlinge.

Neemöl und Pflanzen

Für manche Bio-Gärtner ist das Niemöl wie ein Wundermittel. Es zeigt Wirkung gegen verschiedenste Schädlinge wie Raupen, Läuse, Käfer, Spinnmilben, Schnecken und auch Pilzbefall. Das Benetzen der Blätter mit Niemöl hilft bei akutem Schädlingsbefall. Ins Gießwasser gegeben, wir die Pflanze gestärkt über ihre Wurzeln. Dabei schadet das Niem wirklich nur den Schädlingen – äußerst positiv. Nützliche Tiere wie Bienen oder Marienkäfer sowie Wild- und Haustiere sind vom Öl nicht gefährdet.

Richtige Anwendung

Schon einige wenige Tropfen des Niemöls sind ausreichend für das Gießwasser, um Ihre Pflanzen vor Schädlingen präventiv zu schützen oder bei schon leichtem Befall. Vorsorglich kann so vorgebeugt werden und Larven entwickeln sich gar nicht erst weiter.
Sind Ihre Pflanzen bereits befallen, verdünnen Sie das Niemöl und sprühen Ihre Pflanzen, bestenfalls früh am Morgen, gründlich ein. Somit ist gewährleistet, dass auch alle gefräßigen Tierchen behandelt werden. Ist dieser Schritt erfolgt, so heißt es nun abwarten. Mit etwas Geduld sehen Sie nach einigen Tagen das Ergebnis. Die Schädlinge sterben dabei nicht sofort ab. Durch die Anwendung stellen sie jedoch das Fressen und Saugen ein. Saugende Schädlinge nehmen beispielsweise die komplexen Wirkstoffe über das Saugen des Blattsaftes auf. Nach nur wenigen Tagen sind die Pflanzen frei von Schädlingen. Beachtet werden sollte das Auftragen bei regenfreien Verhältnissen. Da sonst das Öl abgewaschen wird und nicht richtig wirken kann. Auch zu starke Sonneneinstrahlung wirkt sich negativ aus. Die Blätter könnten dabei verbrennen.
Reines Niemöl und auch fertige Mischungen zum Spritzen und Gießen erhalten Sie in Gartencentern. Bei eigenem Anmischen sollte auf eine sparsame Dosierung geachtet werden. Abhängig von der Stärke des Schädlingsbefalls sind schon wenige Milliliter pro 1 L Wasser ausreichend.

Wenn die Herbst-Saison hereinbricht und Sie Ihre Balkonpflanzen in die Wohnung holen möchten, so empfiehlt sich eine Niemöl-Anwendung. Die Schädlingspopulation wird im Außenbereich durch natürliche Fressfeinde (Raupen, Marienkäfer) und Klima auf natürliche Art und Weise reguliert. Doch im Innenbereich sieht das anders aus. Besonders Spinnenmilben lieben trockene Heizungsluft im Wohnraum und breiten sich rasant und explosionsartig aus. Schon nach einigen wenigen Tagen finden Sie Ihre Pflanzen mit feinsten Spinnweben umgarnt und sterben dann leider ab. Daher ist die klare Empfehlung dafür: Beugen Sie dem vor und behandeln Ihre Pflanzen mit Niemöl.